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Gebärdensprache2018-10-05T10:19:55+00:00

Die Deutsche Gebärdensprache an unserem Förderzentrum

Das Unterrichtsfach Deutsche Gebärdensprache und der Bilinguale Unterricht sind im Lehrplan der Sprachlerngruppen 3 und 4 verankert und deshalb fester Bestandteil der Stundentafel in Grund- und Mittelschule.

Neben dem Unterrichtsfach Deutsche Gebärdensprache und dem Bilingualen Unterricht kann die Deutsche Gebärdensprache auch in anderen Unterrichtsbereichen zum Einsatz kommen, wie z.B.

  • Vorlesestunden in der Schulvorbereitenden Einrichtung
  • Workshops zu den Themen Gebärdensprachpoesie und Gebärdensprachtheater
  • Wahlfach „Gebärden“ für Schüler aus anderen Sprachlerngruppen

Wir beschäftigen in fast allen Bereichen hörgeschädigte Mitarbeiter. Sie haben gleichwertige Qualifikationen und Abschlüsse wie ihre hörenden Kollegen. Dies unterstützt und stärkt die Persönlichkeitsentwicklung und das Selbstwertgefühl der Schüler.

Förderzentrum Augsburg – Förderschwerpunkt Hören
Grund- und Mittelschule
Tel.: 0821 65055-0
Fax: 0821 65055-119
foerderzentrum@sfha.de

Ansprechpartnerin:
Frau Müllejans

Fachliche Informationen

Die Deutsche Gebärdensprache (DGS), die 2002 gesetzlich anerkannt wurde, ist eine eigenständige Sprache mit einer eigenen Grammatik. Sie ist nicht mit Pantomime oder Gestik zu verwechseln oder gleichzusetzen.

Zur Gebärdensprache gehören:

  • Gebärdenzeichen
  • Wortbilder oder Mundgestik
  • Gesichtsmimik
  • Gebärdensprachgrammatik

Die Gebärdensprache ist bildlich und räumlich ausgerichtet. Wesentliches Kernstück der Gebärdensprache ist die eigenständige Grammatik. Die Gebärdenzeichen können sich von Land zu Land unterscheiden.

Die Deutsche Gebärdensprache ist eine bildlich-räumliche Sprache, die mit der Gebärdenschrift, den so genannten Glossen, schriftlich dargestellt werden kann. Die deutsche Schriftsprache ist jedoch nicht vergleichbar mit der Glossenschrift.

Neben der DGS werden im Unterricht auch Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG) eingesetzt. Diese orientieren sich an der Lautsprachgrammatik. Sie begleiten jedes einzelne Wort im Lautsprachsatz. Die LBG ist keine eigene Sprache, sondern eine Kommunikationshilfe und eine Unterstützung beim Absehen.

Das Unterrichtsfach Deutsche Gebärdensprache

Das Fach DGS wird von einer hörgeschädigten Lehrkraft mit der Muttersprache DGS unterrichtet. Die Schüler lernen Gebärdenzeichen und Gebärdensätze zu verstehen und selbst zu gebrauchen. Sowohl in der Grundschule als auch in der Mittelschule gliedert sich das Unterrichtsfach DGS in vier Bereiche auf:

  • in Gebärdensprache kommunizieren
  • Grammatikstrukturen der Gebärdensprache verstehen und verinnerlichen
  • Gebärdensprache verstehen und anwenden
  • Gebärdenzeichen und Gebärdensätze schriftlich festhalten

In der Grundschule sind für jede Jahrgangsstufe wöchentlich zwei Unterrichtsstunden verpflichtend vorgesehen. Parallel dazu wird ab Jahrgangsstufe 3 und 4 Englischunterricht angeboten. Am Ende der Grundschulzeit können sich die Eltern entscheiden, ob ihr Kind an der Mittelschule das Fach DGS oder das Fach Englisch weiterführen soll. Unsere Lehrkräfte stehen dabei Eltern und Schülern beratend zur Seite.
In der Mittelschulstufe baut das Unterrichtsfach DGS auf den Grundlagen der Grundschulzeit auf und wird drei- bis vierstündig pro Woche abgehalten. Am Ende der Mittelschulzeit können die Schüler das Fach DGS als gleichwertiges Prüfungsfach im qualifizierenden Abschluss der Mittelschule wählen.

Der bilinguale Unterricht

Auch der bilinguale Unterricht (Bili) ist ein fester Bestandteil des Unterrichts in den Sprachlerngruppen 3 und 4. Im Bili-Unterricht werden zwei Sprachen benutzt: die Deutsche Laut- und Schriftsprache sowie die Deutsche Gebärdensprache (DGS). Der hörgeschädigte Lehrer mit Muttersprache DGS unterrichtet in Gebärdensprache und der hörende Lehrer in Lautsprache. Beide Lehrer arbeiten im Team zusammen. Der Bili-Unterricht findet vor allem im Fach Deutsch in den Bereichen Lesen und Grammatik statt.

In der Grundschule unterrichten beide Lehrer zusammen im Bili-Unterricht. Jeder Lehrer benutzt dabei seine Sprache. Die Eigenständigkeit der beiden Sprachen soll dadurch deutlich werden. Im Unterricht wechseln sich beide Lehrkräfte ab oder unterrichten die Schüler in zwei Gruppen.

Im Grammatikunterricht werden Wörter und Satzformen in beiden Sprachen miteinander verglichen und geübt. Um beide Sprachen schriftlich trennen zu können, wird die Gebärdensprache durch die Glossenschrift aufgeschrieben.

In der Mittelschule kennen die Schüler die zwei Sprachen und können zwischen beiden Sprachen unterscheiden. Ab diesem Zeitpunkt unterrichten beide Bili-Lehrer alleine im Unterricht. Der Bili-Unterricht findet nun in zwei aufeinanderfolgenden Einzelstunden statt. Der hörgeschädigte Lehrer behandelt in der ersten Stunde den gebärdensprachlichen Teil, der hörende Lehrer in der zweiten Stunde den lautsprachlichen Teil.